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Letzte Fahrt des Wallenfelser Leichenwagens

Archiv Symbolbild
Datum:
Veröffentlicht: 15.2.26
Von:
Franz Behrschmidt

Das letzte Mal war der Leichenwagen 1967 im Einsatz

Mit dem Wallenfelser Leichenwagen wurden jahrzehntelang die Toten von Wallenfels transportiert. Dieser Leichenwagen wurde am 24. Oktober 1901 beim Spießmacher in Kronach von der damaligen Marktgemeinde Wallenfels angeschafft. Die im Wohnhaus Verstorbenen wurden „in Festtagskleidung angezogen und danach im Bett aufgebahrt. Nach dem Tod wurden im Sterbezimmer Kerzen angezündet, ein Kreuz aufgestellt und für die Verstorbenen gebetet, vor allen Dingen Rosenkränze. Erst später wurden die Toten in einen Sarg gelegt. Zu früherer Zeit machte Schreinermeister Andreas Krüglein, Spitalstraße die dazu passenden Särge.

Der Tote wurde mit dem Sarg von zu Hause mit dem Leichenwagen und 2 Pferden abgeholt. Der Leichenwagen (leider konnte ich bis jetzt kein Foto auftreiben) war ein schwarzer Wagen mit Fenstern, die durch weiße Vorhänge teilweise verdeckt waren. Rudolf Mähringer – Homerudl – Hauptstraße 3 war der Kutscher, der diese Arbeit verrichtete. Bei Verhinderung übernahm die Leichenwagenfahrt sein Nachbar Bernhard Köstner. Verwandte, Nachbarn und Bekannte liefen hinter dem Leichenwagen vom Wohnhaus bis zum Leichenhaus. In den fast 7 Jahrzehnten traten viele Verstorbene in Wallenfels mit dem Leichenwagen die letzte Fahrt an.

Die letzte Tour mit dem Wallenfelser Leichenwagen war am 26. September 1967. Die am 25. September 1967 verstorbene Monika Stöcker, geb. Müller (44 Jahre alt und Ehefrau von Benno Stöcker), Rathausgasse 8 wurde von der Rathausgasse zum Leichenhaus gebracht und am 28. September 1967 durch Pfarrer Theodor Fennemann beerdigt.

Aufruf des Ortsheimatpflegers Franz Behrschmidt

Leider konnte ich bis jetzt kein Foto vom Wallenfelser Leichenwagen auftreiben. Zu damaliger Zeit wurden die Verstorbenen und auch der Leichenwagen fotografiert. Ich wäre sehr dankbar wenn die bisher erfolglosen Aufrufe nun erfolgreich wären.