Am letzten Wochenende im Juli feiern die Wallenfelser Kerwa – und Höhepunkt ist der Festgottesdienst am Sonntag. In diesem Jahr zelebriert von Erzbischof em. Ludwig Schick. :Kerwa kommt von Kirche

Erzbischof em. Ludwig Schick erinnerte an den Ursprung dieses Festes
Am Sonntag, 26. Juli feierten die Gläubigen in Wallenfels das Hochamt zum Kirchweihfest. Zelebriert wurde der Gottesdienst von Erzbischof em. Ludwig Schick. Schick freute sich über die Einladung in die Flößerstadt, der er sich in gewisser Weise auch dazugehörig fühle: "In Wallenfels war ich schon so oft, um an Freud und Leid teilzunehmen", so der Erzbischof em.
Schick erinnerte daran, dass das Wort Kerwa schon den Begriff "Kirche" in sich trage – ohne Kirche keine Kerwa. Diese Verbindung gelte es immer wieder ins Gedächtnis zu rufen und den eigentlichen Sinn des Festes nicht aus dem Blick zu verlieren. Der christliche Glaube müsse sich auch im Alltag zeigen. Hier zitierte Schick den deutschen Verfassungsrechtlers Ernst-Wolfgang Böckenförde: "Der freiheitliche, säkularisierte Staat lebt von Voraussetzungen, die er selbst nicht garantieren kann." Diese Voraussetzung eines guten gesellschaftlichen Miteinanders könne die Religion schaffen, die Werte die das Christentum vermittelt. Das Fest "Rodach in Flammen" könne man auch auf das Christ-Sein beziehen – "keine trüben Tassen" zu sein, sondern den Glauben zu leben.
Die Kirchweih wird in Wallenfels am letzten Wochenende im Juli gefeiert. Die Weihe der Pfarrkirche St. Thomas fand am 15. August 1869 durch den damaligen Erzbischof Michael von Deinlein statt. Der neugotische Bau wurde vor allem durch eine Spende des Floßherren Bartholomäus Behrschmidt finanziert. Das Kirchweihfest in seiner heutigen Form wird etwa seit Mitte der Neunziger Jahre des vergangenen Jahrhunderts als Zeltkirchweih an der Floßlände durchgeführt. Am Samstag findet traditionell die Nacht-Fackelfloßfahrt im Rahmen der Veranstaltung "Rodach in Flammen" statt. Im Hinblick auf die seit einigen Jahren hohe Waldbrandgefahr zu dieser Zeit wird jedoch weitgehend auf bengalische Lichter, Fackeln und Feuerwerk verzichtet – der Begriff hat sich gehalten und die Rodach wurde auch 2026 mit einer Laser-Show "in Flammen" gesetzt.