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Im Glauben verwurzelt

Gestalten der Osterkerze 2026
Datum:
Veröffentlicht: 11.4.26
Von:
Thomas Weiß

Wallenfelser Osterkerzen erhalten auch heuer wieder individuelles Motiv

Seit mehr als zehn Jahren gestaltet das Team um Denise Regel nun die Osterkerzen für die Pfarrkirche St. Thomas und die Altenheimkapelle in Wallenfels. Übernommen haben die mittlerweile jungen Erwachsenen diese Tradition von Elke Kleylein-Feuerstein, die bereits Jahre zuvor mit ihrem Team Jahr für Jahr die Osterkerze mit einem besonderen Motiv verzierte. In diesem Jahr steht das Bild auf der Kerze unter dem Thema "Im Glauben verwurzelt". Auch die KI half bei der Gestaltung mit.

Viele Stunden Arbeit stecken in den Motiven auf den Osterkerzen in Wallenfels. Mittlerweile haben sie ihren Platz in Pfarrkirche und der Kapelle des Altenheims gefunden und können dort bewundert werden. "Im Glauben verwurzelt" – auf dieses Thema hatte sich das Team um Denise Regel in diesem Jahr geeinigt. Seit mehr als zehn Jahren gestaltet die mittlerweile etablierte Gruppe nun die Osterkerzen in der Flößerstadt. Dabei hat sich für die inzwischen jungen Erwachsenen eine feste Vorgehensweise etabliert: ein Planungstreffen, ein ganzer Tag Gestaltung und evtl. ein Nachtreffen, um die Kerzen fertigzustellen.

Das Thema stand in diesem Jahr schnell fest. Bereits im Vorfeld hatte sich Jana Schlee Gedanken gemacht: "Im Glauben verwurzelt" war das Thema, das beim Planungstreffen auf positive Resonanz stieß. Der Glaube gibt uns Wurzeln: symbolisiert wird dies im Motiv durch das zentrale Element des Kreuzes, als Baum gestaltet. Auf der linken Seite des Kreuzes finden sich die negativen Seiten dieser Welt: Krieg, Hass und Umweltzerstörung, rechts davon das Ideal einer besseren Welt. Der Clou dabei: dieser Hintergrund wurde von ChatGPT erstellt. Auf Papier gedruckt wurde das Bild mit Hilfe eines Transfer-Mediums auf die Kerze übertragen. In stundenlanger Arbeit musste das Papier Schicht für Schicht abgetragen werden, bis nur noch das Motiv auf der Kerze zurückblieb. Eine Arbeit, die sehr viel Nerven gekostet hat. Inklusive des Planungstreffens stecken knapp 19 Stunden Arbeit in den beiden Kerzen. In ihrer Predigt am Ostersonntag ging Denise Regel näher auf das Thema ein: "Die Osterbotschaft ruft uns zu: Lasst euch durch nichts entzweien, bleibt verbunden, auch wenn die Welt auseinanderzubrechen scheint. Denn unser Fundament steht in Gott, der uns durch Christus auferstehen lässt. Wenn wir fest verwurzelt sind, dann können wir Ängsten begegnen, ohne von ihnen überwältigt zu werden; dann können wir Frieden geben, auch wenn Gewalt um uns herum tobt; dann können wir das Licht der Auferstehung tragen, damit andere den Weg aus Dunkelheit finden."

Predigt von Denise Regel

"Heute stehen wir zusammen an der Schwelle zwischen Dunkelheit und Licht. Die Welt vor unseren Augen ist oft unruhig: Nachrichten von Krieg, Gewalt und Zerstörung begleiten unseren Alltag. Es fällt schwer, in solchen Zeiten die Hoffnung zu halten. Doch genau hier ruft uns Ostern zu: Wir sind im Glauben fest verwurzelt, und diese Wurzel gibt uns Halt, selbst wenn der Boden zu beben scheint.

Was bedeutet es, im Glauben fest verwurzelt zu sein? Es heißt, dass unser Vertrauen nicht an flüchtigen Momenten festhält, sondern an einer Tiefe, die größer ist als Angst und Verzweiflung. Unsere Wurzeln greifen hinein in die Liebe Gottes, in die Verheißung, dass Leben stärker ist als Tod, dass Licht stärker ist als Finsternis. Wenn Sturm und Flamme der Gewalt über uns hinwegfegen, bleiben wir verbunden mit dem, was ewig bleibt: der Treue Gottes, der uns durch alle Zeiten hindurch trägt.

Der Tod und die Gewalt, die Menschen einander antun, sind reale Schatten in unserer Welt. Doch der zentrale Kern unserer Botschaft an Ostern ist nicht einfach Trost durch bessere Zeiten; es ist die machtvolle Botschaft, dass der Tod überwunden ist. Die Auferstehung Jesu feiert nicht ein romantisches Ende der Geschichte, sondern die Neuschöpfung der Welt: Gott erneuert alles, was zerbrochen ist. In diesem Ereignis erkennen wir, dass selbst im größten Leid eine neue Möglichkeit des Lebens beginnt. Die Steine, die am Grab lagen, wurden zu Symbole der Hoffnung: Gott macht Neues, wo Verzweiflung herrscht.

Gleichzeitig lässt Ostern uns auch die Schönheit des Lebens sehen. Wir erleben Gemeinschaft, Freundschaft, Liebe, Freude, Musik, Kunst und Stille, die uns auftanken. Diese Dinge sind Boten der Auferstehung in unserer Welt: Sie erinnern uns daran, dass Leben mehr ist als Angst und Schmerz. Wenn wir in dieser Zeit bewusst das Schöne benennen – ein Lächeln, eine helfende Hand, ein gemeinsamer Moment von Würde und Frieden – dann öffnen wir Räume, in denen die Auferstehung Wirklichkeit wird.

Wie können wir heute fest verwurzelt bleiben? Indem wir:

Vertrauen auf Gott setzen, der uns in Jesus Christus begegnet ist, der den Tod überwunden hat.

Mut zeigen, Frieden zu fördern, wo Gewalt beginnt, und sich gegen Ungerechtigkeit zu stellen.

Dankbar bleiben für die kleinen und großen Freuden des Lebens – Gemeinschaft, Nähe, Musik, Natur, Kreativität – und sie als Zeichen der Gegenwart Gottes erkennen.

Besonders den Verletzten, Trauernden und Schwachen beistehen, damit auch sie die Hoffnung der Ostern erfahren.

Die Osterbotschaft ruft uns zu: Lasst euch durch nichts entzweien, bleibt verbunden, auch wenn die Welt auseinander zu brechen scheint. Denn unser Fundament steht in Gott, der uns durch Christus auferstehen lässt. Wenn wir fest verwurzelt sind, dann können wir Ängsten begegnen, ohne von ihnen überwältigt zu werden; dann können wir Frieden geben, auch wenn Gewalt um uns herum tobt; dann können wir das Licht der Auferstehung tragen, damit andere den Weg aus Dunkelheit finden.

Lasst uns beten: Gott, du Ursprung des Lebens, du liebst uns trotz allem. Schenke uns die Kraft, fest verwurzelt zu bleiben im Glauben an die Auferstehung. Hilf uns, mutig zu handeln gegen Gewalt, Hoffnung zu schenken in der Trauer und die Schönheit deines Geschenks des Lebens zu feiern. Durch Jesus Christus, der von den Toten auferstanden ist. Amen."