Das Gipfelkreuz auf dem Geuserberg wurde restauriert und gesegnet:Gipfelkreuz mit besonderer Geschichte

Gipfelkreuz wurde vor 45 Jahren aufgestellt

Im Frankenwald ist ein Gipfelkreuz eher selten anzutreffen, umso interessanter ist die Geschichte hinter dem Kreuz am Geuserberg auf 708 Metern Höhe. Dies ist der höchste Punkt der Stadt Wallenfels mit ihren Ortsteilen und vielen vielleicht gar nicht so bekannt. Seit 1981 steht es da und es zeugt von einem Geschehen, das sich zwar nicht hier, aber in den Stubaier Alpen in Tirol zugetragen hat.
Doch zum Anfang. Im Jahr 1965 begannen vier junge Männer ihre als Holzfäller arbeitende Verwandten und Freunde im Spitzingseegebiet in den Alpen zu besuchen. Sie wollten Wandern und Bergsteigen und waren so begeistert, dass sie auch in den Jahren danach immer wieder kamen. Die Gruppe wuchs und jedes Jahr wurden andere Gipfel bezwungen. Es gründeten sich die Bergfreunde Wallenfels und Andreas „Siegmund“ Müller, einer der drei noch lebenden Bergfreunde, die beiden anderen sind Franz Schlee und Willi Müller, der in Murnau lebt, erinnert sich genau an diese Zeit. „Wir hatten am Anfang nur feste Schuhe, geschmiedete Steigeisen und Schweißbrillen, die wir als Schneebrillen umfunktionierten“, sagt Müller. Und damit ging es hoch hinaus. Großglockner, Großvenediger und die Zugspitze sind nur einige der bezwungenen Gipfel. Auch 1980 war man wieder unterwegs, als ein plötzliches Unwetter beim Besteigen des 3.507 Meter hohen Zuckerhütl in den Stubaier Alpen die Bergfreunde überraschte. Es herrschte starker Nebel und die Gruppe verlor die Orientierung. Einem zufällig auf sie treffenden österreichischen Bergsteiger war es zu verdanken, dass sie heil ins Tal zurückkehren konnten. Aus Dankbarkeit für die Rückkehr beschlossen die Bergfreunde, ein Kreuz auf ihrem Hausberg bei Geuser zu errichten. Dies sollte immer an die Ereignisse des Jahres 1980 erinnern. So machten sie sich an das Versprechen und richteten im folgenden Frühjahr das Kreuz aus Eichenholz am höchsten Punkt rund um Wallenfels auf. Eine Gedenktafel zeugt von diesem Ereignis. Geklettert wird von den Bergfreunden seit 2005 nicht mehr, aber die Geselligkeit pflegt man und die Ereignisse von damals geraten nicht in Vergessenheit. Beim 30jährigen Jubiläum des Kreuzes 2011 übernahm der Frankenwaldverein Wallenfels die Pflege des Areals.
Restaurierung erfolgte im Sommer
So weit die Geschichte. Nun war das Kreuz nach viereinhalb Jahrzehnten in die Jahre gekommen. Schon 2020 wurde die alte Bank neben dem Kreuz ausgetauscht und nun musste nicht nur die damals neue Bank, sondern auch das Kreuz dringend runderneuert werden, ebenso die Gedenktafel, die daran angebracht war. Man baute das Kreuz ab, lagerte es zum Trocknen und restaurierte es in 60 unentgeltlichen Arbeitsstunden und Materialkosten von 500 Euro, die der Frankenwaldverein übernommen hat. Nun im Sommer wurde es wieder aufgerichtet, beteiligt an den Arbeiten waren Albert Zeuß, Hans Ott, Gerd Schramm, Gustav Schlee und Jürgen Schlee.
Pfarrer Pötzl segnete das restaurierte Kreuz

Ein Kreuz ist immer auch ein Zeichen, das empor zum Himmel ragt. Ein Zeichen für den Herrgott, der damals wie heute seine schützende Hand über die Bergfreunde und alle Menschen hält, die diese Zeichen erkennen. Und so wurde das neuaufgestellte Kreuz erneut unter den Segen des Allmächtigen gestellt. Dekan Detlef Pötzl war den Weg zum Gipfel gerne gekommen, denn „von diesen 708 Metern ist es nicht mehr weit bis in den Himmel“. Er betonte, dass dieses Kreuz ein Zeichen der Dankbarkeit ist, weil damals 1980 nichts Schlimmes geschehen ist. Es ist auch ein lebendiges Zeichen des Glaubens, erinnert an Jesus Christus, ist aber auch Hoffnung auf die Ewigkeit. Pötzl segnete das Gipfelkreuz und betonte, dass es Segen und Hoffnung für alle ist, die hierherkommen.
Bürgermeister Korn und Ortsheimatpfleger Behrschmidt finden lobende Worte
Der Bürgermeister der Stadt Wallenfels, Jens Korn, betonte, dass in einer Zeit, in der sich alles so schnell ändert, es gut sei, dass es Dinge gibt, die beständig sind. So wie dieses Kreuz, das vom Glauben und der Liebe zur Heimat zeugt. Das Geuserkreuz steht auf dem höchsten Punkt von Wallenfels und blickt sozusagen auf den Ort herunter. Korn dankte dem Frankenwaldverein mit Jürgen Schlee an der Spitze und allen, die mitgeholfen haben für die Pflege und Restaurierung des Kreuzes. „Es ist gut, diesen Ort zu erhalten, wo man gut zur Ruhe kommen kann“, schloss Korn. Auch Ortsheimatpfleger Franz Behrschmidt dankte dem Frankenwaldverein, denn gerade die Pflege ist ebenso wichtig wie die Anschaffung.