Sie nahmen die „Auszeit“ – der Ministrantenchor und alle Mitwirkenden sowie Pater Jan Poja (2. v. li)
Datum:
Veröffentlicht: 10.4.14
Von:
Susanne Deuerling
Wallenfelser Ministrantenchor ließ die Hektik des Alltags außen vor
Das Thema Zeit hatte der Ministrantenchor zum Anlass genommen, um eine „Auszeit“ einzulegen. Die freiwilligen Spenden in der Kirche und beim anschließenden Kaffeetrinken im Pfarrheim werden für die Renovierung des Pfarrhauses zur Verfügung gestellt.
Die Zeit bestimmt den Ablauf des Tages, des Jahres, ja des ganzen Lebens. Zeit, die vielen unter den Fingern zerrinnt, Zeit, die ausgefüllt ist mit Arbeit, Hektik und Rennen gegen die Zeit. Aber was bleibt? Als Zeichen der Zeit läuft die Sanduhr unaufhaltsam weiter. Sie verdeutlicht wie nichts anderes die Vergangenheit und die Zukunft, die Geburt und den Tod. Sie verrinnt unaufhaltsam, unwiederholbar fließt der „Lebenssand“ durch die dünne Öffnung zwischen den Glaskolben. Das Leben läuft immer weiter, es lässt sich nicht aufhalten, genau wie der Sandstrahl, der nach unten durch rinnt.
Genau dieses Thema hatte der Ministrantenchor zum Anlass genommen, um eine „Auszeit“ einzulegen. „Time-out“, sagte Thomas Weiß zur Begrüßung und er meinte damit, dass sich jeder selbst einmal eine Auszeit schenken soll, sich Zeit nehmen soll, um zur Ruhe zu kommen, um zu Gott zu kommen. Die Zeit ist ein großes, alltägliches Geheimnis, jeder muss etwas daraus machen. Wie im Buch „Momo“ von Michael Ende. Hier vergessen die Menschen darauf, dass gerade die scheinbar nutzlosen Dinge das Leben erst lebenswert machen. Sie arbeiten schneller, hetzen durch den Tag, aber ihr Leben ist arm und freudlos geworden. Das Motto, alle Zeit, die nicht mit den Herzen wahrgenommen wird, ist verlorene Zeit, nimmt jeden die Möglichkeit, sich an kleinen Dingen zu erfreuen, sich eine „Auszeit“ zu gönnen, man selbst zu sein. Doch nur geteilte Zeit ist die beste Zeit.
Mit Liedern, Melodien und Gedanken über die Zeit haben der Ministrantenchor und die Ministranten den Besuchern in der Pfarrkirche St. Thomas so eine „Auszeit“ beschert. „Komm herein und nimm dir Zeit“, sang der Minichor und Bernhard Müller gab zu bedenken, dass alle Zeit in den Händen Gottes liegt. Besinnliche Texte wie „die Sanduhr des Lebens“, gelesen von Lisa-Maria Eberhardt und „Die Zeit“ von Georg Weiß ließen die Zuhörer schon ruhig und nachdenklich werden. Manche Träne wurde verdrückt bei der Geschichte von „der kleine Junge auf der Mauer“, die Maik Förner vorlas. „Ich wünsche dir Zeit, einfach Zeit, um zu leben“, brachten die Ministranten zum Ausdruck. Und in den Liedern „Gib mir die richtigen Worte“ und „die Rose“ schwang viel Sentimentalität mit. Jonas Michalka intonierte am Saxophon „My way“ und „Killing mie softly“ und Katrin Weiß und Katharina Lunk hatte ihre Soli mit „Drops of Jupiter“ und „Only time“. Ein „Interview mit Gott“ und Michael Stumpf, das Halleluja mit Marcel Müller an der Orgel und „Was ist das Leben“ von Markus Haderdauer sind nur einige Highlights des Nachmittags. Zum Schluss sang der Ministrantenchor zusammen mit den Besuchern „Wie viele Straßen auf dieser Welt“ und wurde mit tosenden Applaus belohnt.
Die freiwilligen Spenden in der Kirche und beim anschließenden Kaffeetrinken im Pfarrheim werden für die Renovierung des Pfarrhauses zur Verfügung gestellt, denn „Pater Jan soll endlich ein richtiger Wallenfelser werden und einziehen“, sagte Holger Scholz zum Schluss und dankte allen Mitwirkenden, den Helfern, Kuchenbäckern und vor allen Dingen den Besuchern für das „Dagewesensein“.