Der Neupriester Albert Striet am Altar in der Pfarrkirche St. Thomas in Wallenfels.
Datum:
Veröffentlicht: 3.6.14
Von:
Susanne Deuerling
Als Pastoralreferent und Freund gegangen – als Priester und Freund kehrt er zurück
Albert Striet hat mit seinem Wirken von 1990 bis 1996 als Pastoralassistent und -referent in der Pfarrei viel bewegt. Nun ist er Priester, geweiht am 11. Mai im Freiburger Münster von Erzbischof Dr. Robert Zollitsch. Den Primizgottesdienst umrahmten die „angels“ mit ihren Liedern.
Er ist unvergessen in Wallenfels und seinen Ortsteilen – Albert Striet hat mit seinem Wirken von 1990 bis 1996 viel bewegt. Vor allen Dingen die Jugend konnte er begeistern. Mit seinen Ideen und mit seiner Überzeugung. Und deshalb waren sie auch alle hier, die Kinder und Jugendlichen von damals. Älter geworden aber immer noch mit der Begeisterung im Herzen, die ihnen damals Albert Striet als Pastoralreferent mitgegeben hat. Es war, als wäre er nie weg gewesen, als ob sich nichts geändert hätte. Doch nun ist er Priester, geweiht am 11. Mai im Freiburger Münster von Erzbischof Dr. Robert Zollitsch. Aber Albert Striet sagt selbst „es ist wie nach Hause kommen, hier in Wallenfels.“ Nach Hause ist er auch gekommen, als er sich entschloss, Priester zu werden, seiner Berufung zu folgen. Seit 1990 ist er im kirchlichen Dienst tätig und er weiß, viele junge Menschen haben Berufungen, auch für kirchliche Berufe. „Entdeckt diese Berufungen und fördert sie“, bat er die Gemeinde. Pater Jan Poja begrüßte Albert Striet und seinen Primizprediger Pfarrer Andreas Brüstle aus Freiburg in der Pfarrkirche St. Thomas. „Sie alle aus Wolfersgrün, Neuengrün, der Schnaid und Wallenfels haben sich über deinen Entschluss, den du vor sechs Jahren gefasst und nun verwirklicht hast sehr gefreut“, sagte Pater Jan. Sie sind auch alle gekommen, auch wenn der alte Spruch „für einen Primizsegen läuft man ein Paar Schuhe durch“, heute nicht mehr so gilt. Den Primizgottesdienst umrahmten die „angels“ mit ihren Liedern.
„Er lässt sich nicht verbiegen und will stets solidarisch sein, so wie sein Primizspruch und die Darstellung der Brotvermehrung auf dem Primizbild zeigen“, erklärte Pfarrer Andreas Brüstle in seiner Predigt. Es gibt eine tiefere Sehnsucht, nicht nur nach Brot sondern nach Leben. Auch heute werden diese „Brotfeiern“ in der Kirche gehalten – man nennt sie Eucharistie. Und man braucht Priester dazu, die „Brotausteiler“ und dieses Brot stillt die Sehnsucht des Herzens. Albert Striet ist so ein „Brotausteiler“ geworden, er weiß, dass Jesus Heimat gibt und die Menschen geliebt hat. Er weiß, was es heißt Christ zu sein – nämlich heilsam sein und die Lebendigkeit im Glauben und die Freude weiter zu schenken. In seiner Predigt gab Pfarrer Brüstle dem Neupriester einen Rat mit auf den Weg. In der Psychotherapie gibt es verschiedene Tiere, die den Menschen zugeordnet werden können. „Du bist eine Giraffe, eine mit einer großen Vision, die immer weiter blickt als andere. Mit deinem Giraffenblick schaust du über das heute hinaus, kannst tiefer und weiter sehen und viele Begabungen bei den anderen finden“, sagte der Primizprediger. Die Welt von oben sehen, aus der Perspektive Gottes, weiter schauen, denn die Kirche verändert sich stets. Auch in den sechs Jahren seines Wirkens in Wallenfels hat er viele Begabungen geweckt. Die „angels“ sind ein Beispiel dafür, wie man durch Ermutigen und Helfen viele junge Menschen zusammen bringen kann. Und auch Albert Striet hat in seiner Zeit in Wallenfels intensiv mit den „angels“ gearbeitet und „sehr viel Spaß gehabt“. Nun ist er Priester und hat sich den Spruch „Wir wollen lieben, weil er uns zuerst geliebt hat“ (1 Joh 4,19) sozusagen auf seine Fahne geschrieben hat. Jesus ist die Mitte seines Lebens geworden und diese Liebe will er weiterschenken. Er ist nun ein „Brotausteiler der Sehnsucht“ geworden.
Kirchenpflegerin Isabella Leipold erinnerte daran, dass Albert Striet in seiner Zeit in Wallenfels viele Freunde gewonnen hat. Er hat sich für einen Beruf entschieden, der in der heutigen Zeit nicht mehr so selbstverständlich ist. Damit er immer an Wallenfels erinnert werde, schenkte sie ein „Blechla“ (Anm. d. Red. Biertrinkgefäß), das ihn auf seiner Lebensreise begleiten soll. Für Bürgermeister Jens Korn war es auch persönlich sehr bewegend, den Gottesdienst mit zu feiern und Albert Striet wieder zu begegnen, den er in seiner Jugend ebenfalls gut gekannt hat. „Schon damals haben wir alle gesagt, der Albert ist ein guter Pfarrer. Nun bist du angekommen in deiner Heimat, dem Priesteramt“, sagte Korn. Viele junge Menschen hat er damals begleitet und viele von ihnen haben hier in Wallenfels Wurzeln geschlagen. Jens Korn überbrachte Albert Striet den Dank der Stadt, überreichte ein Stadtwappen und machte ihn damit offiziell zum „Botschafter für Wallenfels“.
Zur Person
Albert Striet:
geboren 1962 in Rheine (Westfalen)
Studium in Mainz und Münster: Theologie, Jura, Sozialpädagogik und Geschichte
bis 1996 Pastoralreferent in Wallenfels
bis 2007 Pastoralreferent in Wuppertal
2007 Weihe zum Diakon in Köln.
Tätigkeit in Grevenbroich, Schwerpunkt Caritas
ab 2012 Tätigkeit Seelsorgeeinheit Karlsruhe Mitte-West, Schwerpunkt Caritas